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KLIMASCHUTZ KONKRET

Wohnen in Deutschland

Wohnen in Deutschland

Die neugierigen Männer tummeln sich um die aufgestellten Elektronikgeräte, deren Energieverbrauch nacheinander über handelsübliche Strommessgeräte ermittelt werden soll. Renate Kostrewa von der Stiftung Ökowatt zeigt dem syrischen Publikum die Anwendung der Messgeräte, sie steckt den mitgebrachten Radiorekorder ein, dreht die Musik auf. Das Interesse bei den Zuschauern ist groß, die Männer wollen es nun selbst ausprobieren. Was verbraucht unser Wasserkocher an Strom, wie viel das Ladekabel fürs Smartphone? Die Gemeinschaftsküche der Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge in der Max-Eyth-Straße in Nürtingen wurde an einem Nachmittag zum multikulturellen Klassenzimmer. Rund 15 Syrer, ob jung oder alt, verfolgen die Präsentation zum Thema „Wohnen in Deutschland“. Renate Kostrewa erklärt mit Hilfe eines Dolmetschers den syrischen Mitbewohnern vereinfacht den Zusammenhang zwischen Energieverbrauch des Menschen im eigenen Haushalt und dem globalen Klimawandel. Ein Raunen geht durch die Menschengruppe, die gezeichneten Männer haben schon extreme Trockenzeiten in ihrem Heimatland Syrien am eigenen Leib erfahren. Die Bewohner sollen über den nachhaltigen und sparsamen Umgang mit Ressourcen aufgeklärt, sensibilisiert werden und auf das eigenständige Wohnen in Deutschland vorbereitet werden, insbesondere sollen sie ein Bewusstsein für energiesparendes haushalten entwickeln. Die Tipps und Tricks des einstündigen Aktivunterrichts sind der Anfang dafür: Was sind Nebenkosten? Wie hoch ist der durchschnittliche Wärmebedarf einer vierköpfigen deutschen Familie? Wie funktioniert effektives lüften? Wie senke ich meinen Wasserverbrauch? Wie kann ich heimliche oder offensichtliche Stromfresser entlarven?
Wohnen in DeutschlandEs wird viel diskutiert und zusammen mit den beiden Studenten der HfWU Nürtingen, Tobias Weiß und Andreas Voigt, gehen manche junge Syrer in deren Gemeinschaftszimmer, messen aufgeregt den Energieverbrauch ihrer wenigen Geräte, tauschen sich auf einfachem deutsch miteinander aus. Plakate mit Energiespartipps auf deutsch und arabisch wurden aufgehängt. „Wohnen in Deutschland“ ist ein Bildungsprojekt der Stiftung ÖKOWATT unter Beteiligung des Klimaschutzmanagers der Stadt Nürtingen, um Flüchtlinge „klimafit“ für den deutschen Alltag zu machen.
Von Andreas Voigt

Fotos: Stiftung ÖKOWATT Nürtingen

Klimaschutz-AG der Fritz-Ruoff-Schule Nürtingen

Seit Jahren schon engagieren sich Schüler und Schülerinnen der Fritz-Ruoff-Schule Nürtingen unter Leitung ihrer Lehrer Manfried Dürr und Rena Junginger in der Klimaschutz-AG. Einige engagierte Schüler/innen und Lehrkräfte haben sich zum Ziel gesetzt, durch kleinere und größere Projekte einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten, zum Beispiel durch den Aufbau eines ausgefeilten Recycling-Systems an der Schule. Kürzlich standen alte Handys, Ladekabel oder lose Akkus im Fokus der „Handyaktion“, die den vollen Einsatz aller AG-Mitglieder forderte.

Vier Wochen lang standen die Mitwirkenden der AG am „Abgabe-Stand“ bereit, um Handys der Mitschüler/innen und Lehrer/innen einzusammeln und für jedes abgegebene Handy ein Los zu vergeben. Zur Abgabe der ausrangierten Lieblings-Smartphones sowie ausgedienten Handy-Modelle älteren Datums wurde durch das Verlosen von Preisen motiviert: von einem Media-Markt-Gutschein (150 Euro), über Büchergutscheine (Buchhandlung Zimmermann), über dm-Gutscheine bis hin zu kleinen Trostpreisen war alles vertreten. Die Verlosung fand am Montag, den 30. Januar 2017, in der großen Pause statt. Mehrere Schülerinnen verschiedener Schularten sind die glücklichen Gewinnerinnen. Sie hatten das große Los gezogen, indem sie ihre Gewinnchancen erhöht und gleich mehrere Alt-Handys abgegeben hatten. Das Geld für die Preise hatte die Klimaschutz-AG über die Teilnahme an einem Wettbewerb zuvor eingenommen (Sparda-Impuls 2016). Der Gedanke hinter der Aktion ist das Recyceln alter Handys zur Wiederverwertung der seltenen Erden, die zur Produktion jedes Handys unerlässlich sind. Für diese Rohstoffe müssen Kinder und Erwachsene in Entwicklungsländern – etwa in Afrika – Tag und Nacht in Mienen harte Arbeit leisten, um die Erden dann nach China zur Produktion unserer geliebten Smartphones zu verschiffen. Das dadurch gewonnene Geld fließt direkt an die „Warlords“ und finanziert somit blutige Bürgerkriege. Um ein Zeichen gegen Ausbeutung und den mit der Produktion verbundenen Umweltschaden zu setzen und sich für Humanität einzusetzen, sammelte die Klimaschutz-AG der Fitz-Ruoff-Schule 150 Handys. Für das sachgerechte Recycling der Handys, hat sich die Klimaschutz-AG der bundesweiten „Die Handy-Aktion“ angeschlossen, die über die Telekom, das Recycling, sowie die sichere Datenlöschung organisiert. Der Erlös der wiedergewonnen Rohstoffe wird an Umwelt- sowie Sozialprojekte gespendet. Ein kleiner aber wichtiger Schritt in die richtige Richtung!
Johanna Klink
Schülerin der Fritz-Ruoff-Schule und Mitglied der Klimaschutz-AG

Fotos: BUND OG Nuertingen

Was geht ab in Nürtingen?

Klimaschutz im Kleinen und im Großen. Wir stellen unterschiedliche Nürtinger Projekte vor, die alle zum Klimaschutz beitragen.